Best of Kanton Bern 2018 Treff Restaurant

Wo sonst gibt es eine Speisekarte in sechs (!) Sprachen?

Ganz klar: Im Restaurant Treff in Bern trifft sich die ganze Welt, in unmittelbarer Nähe des Bärenparks, Einheimische und Touristen gleichermassen. Das Team des Restaurants setzt dabei die Weisheit «Allen Leuten Recht getan…» kurzerhand ausser Kraft, denn Speisen aus aller Welt stehen auf der Speiskarte, die sich, wie die Website www.treffbern.ch, in sechs Sprachen erklärt.

Seit knapp zwei Jahren führt er das Café Restaurant Treff in Bern, Jaswant Singh, in Malaysia geboren, das von seiner Geschichte her – ähnlich wie heute die Schweiz – immer schon ein Multikulti-Staat war. Er weiss denn auch die aussergewöhnliche Lage der Gaststätte inmitten eines UNESCO-Weltkulturerbes zu schätzen. Aber nicht nur das: Er empfindet Verantwortung dabei. Verantwortung, den Gästen Besonderes zu bieten.

Offizielle Begegnungszone

Bärengraben und Zytglogge sind Touristen-attraktion erster Güte. Viele ausländische Gruppen verbinden diese beiden Sehenswürdigkeiten mit einem Spaziergang, der sie automatisch am Café Restaurant Treff vorbeiführt. In den allermeisten Fällen wissen ihre Reiseleiter bereits, was gastronomisch geboten und von den Touristen geschätzt wird, nämlich Spezialitäten aus Ost und West. Doch davon später.
Einheimische, und damit sind nicht bloss Stadtbernerinnen und Stadtberner gemeint, treffen sich hier aus drei Gründen: Erstens, weil die Speisekarte Aussergewöhnliches bietet, zweitens, um den Duft der weiten Welt zu spüren und, drittens, um sich mit Freunden zu treffen, und im Wissen, dass auch bekannte Kunstschaffende das Ambiente zu schätzen wissen. Dass die Gaststätte übrigens Treff heisst, ist kein Zufall: Hier beginnt die offizielle Begegnungszone in der unteren Altstadt, wie unschwer an den Verkehrstafeln mit dem Hinweis auf höchstens 20 km/h Geschwindigkeit zu sehen ist.

Frisch auf den Tisch

Noch bevor wir auf Erfolgsfaktoren zu sprechen kommen, verrät uns Jaswant Singh – er hat die Geheimnisse der Gastronomie in der Schweiz in den letzten 25 Jahren von der Pike auf gelernt -, wie man aus der Not eine Tugend machen kann. Weil die Mietpreise in der Altstadt hoch und der Lagerplatz damit beschränkt sind, lässt er die regionalen Lebensmittel mehrmals täglich anliefern, in kleinen Mengen, die dann sofort verarbeitet werden. Just in time, um es Neudeutsch zu sagen. «Keine Angst», lacht er, «ich lasse die verschieden Lieferwagen nicht exklusiv für das Treff anfahren, sie sind eh in der Stadt unterwegs und halten dann einfach auch bei uns».

Augenfällig neue Räume

Wer vor zwei oder drei Jahren das letzte Mal im Café Restaurant Treff in Bern war, der wird die heutige Gaststätte kaum wiedererkennen, derart «gschpürig» wurden die drei Restaurant-Räume aufgewertet. Die Fotos auf dieser Seite sagen dazu mehr aus als viele Worte. Vor allem aber merkt man, dass dem Aussen- und dem Innenbereich gleichermassen Beachtung geschenkt und dass sie aufeinander als Einheit abgestimmt wurden. Indoor sind 100 Plätze vorhanden, auf der Terrasse weitere 100 Plätze. Womit wir – schliesslich geht es hier nicht um die Beschreibung eines Architekturbüros, sondern um ein Restaurant – definitiv bei der Speisekarte angelangt waren. Wobei… Speisekarte ist eigentlich der falsche Ausdruck, es sind Spezialitäten aus Ost und West, die sich hier finden, ebenfalls aufeinander abgestimmt. Das ist kein Sammelsurium von Gerichten, die nach dem Zufallsprinzip angeboten werden, auch wenn die Auswahl extrem vielfältig ist.

Die ganze Welt zu Gast

Über Jaswant Singh und seine Affinität zur Kunst lesen Sie mehr auf den Seiten 104/105 dieser Ausgabe. Als diplomierter Grafiker hat er nicht bloss Hand an seine Werke angelegt, die in den Räumen aufgehängt sind, sondern auch an die Website des Restaurants. Staunen ist dabei erlaubt, nicht bloss des professionellen Aussehens wegen, sondern vor allem über die aufgeführten sechs Sprachen, damit sich Interessierte informieren können. Eine Tatsache, die sich in der Speisekarte wiederholt. Jaswant Singh: «Wir wollen den Gästen aus aller Welt gerecht werden, deshalb haben wir auch Chinesisch als Sprache ausgewählt.» Weitsicht nennt sich das dann wohl, weil immer mehr Gäste aus dem Reich der Mitte nach Bern anreisen. Das Erstaunlichste dabei: Bei den angebotenen Gerichten handelt es sich nicht um ein Sammelsurium nach dem Zufallsprinzip. Es sind Speisen, die in den verschiedenen Ländern immer wieder gerne genossen werden.

«Das bieten, was die Gäste wollen»

«Womit wir nicht dienen können, das sind typischer Schweizer Spezialitäten», stellt Jaswant Singh fest. Und weshalb nicht? «Rösti, Fondue oder Raclette gibt es in vielen Berner Restaurants, wir haben bewusst auf ein verzichtet, bieten jedoch Spezialitäten an, die ebenso von Spezialisten zubereitet werden, nämlich von unseren Köchen. Das schätzen unsere Kundinnen und Kunden». Ein Blick auf die Speisekarte bestätigt diese Aussage in vollem Umfang. Unzählige Sushi-Köstlichkeiten sind ebenso zu geniessen wie Noodles oder Tapas in allen Variationen, nebst einer grossen Auswahl an italienischen Spezialitäten. Besonders beliebt: Fried Chicken, Szechuan Poulet, Hot-Treff Burger, Pizza Quattro, Ginger Beef oder frittiertes Lachs-Steak. Schauen Sie sich die Karte auf der Homepage (www.treffbern.ch) selber an. Überraschungen nicht ausgeschlossen! Übrigens: Auch die Weinkarte besticht durch eine professionelle Auswahl mit erstaunlich günstigen Preisen.

Fernweh hüben und drüben

Staunen dann ob der folgenden Aussage von Jaswant Singh: «Es ist unglaublich, wie viele Touristen aus Fernen Osten bei uns einkehren und Bekanntes aus ihrer Heimat bestellen». Andererseits – und Hand aufs Herz, liebe Lesende: Wer von uns hätte auf einer vierwöchigen USA-Reise nicht einmal Lust auf einen Währschaften Cervelat Salat zwischendurch? Sollte sie aber selber vor der täglichen Schweizer Küche das Fernweh plagen: Das Café Restaurant Treff ist erste Adresse, um in Erinnerung zu schwelgen, bei einer knusprig gebratene Ente an einer Teriyaki/Sweet Hotsauce auf Wokgemüse mit Reis. Oder während eines Sukiyaki.

Apropos Italienischem: Die Auswahl an Pizzen, Pasta und Risotto ist genauso vielfältig wie beim Italiener in… Italien!

 

 

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